| Wanderungen und Orte auf Mallorca |
Randa
Randa ist neben dem Kloster Lluc das größte Wallfahrtsziel auf der Insel! Das kleine Örtchen Randa (siehe Bild) selbst liegt ruhig und verschlafen - könnte man fast sagen - am Fuße des gleichnamigen Berges "Puig de Randa".
Der Ort hat malerische Ecken und ein wirklich gutes Restaurant (
"Es Reco de Randa". Von ihm aus windet sich eine Straße durch Buschwald den Berg hinauf zum Gipfel mit dem Kloster Santuario Nuestra Senora de Cura. Landschaftlich ist der Weg hinauf sehr schön.
Autofahrer sollten achtsam sein, denn oft trifft man Pilger mit Wanderstecken und Radfahrer auf der Strecke, die ihr Auto in Randa geparkt haben (Parkplätze am Beginn der Straße). Überhaupt ist der Fußmarsch hinauf viel schöner. Er ist nicht steil, dafür aber lang.
Aber fangen wir unten an:
Auf halber Höhe sieht man rechtsseitig in einer Linkskurve einen kleinen Parkplatz mit einem hölzernen Torbogen. Auf den ersten Blick sieht alles tatsächlich nur nach Parkplatz mit schöner Aussicht aus.

Das ist aber nicht so, denn von diesem Platz führt ein gut befahrbarer Schotterweg weiter zu der Einsiedelei Santuario Nuestra Senora de Gracia (15. Jh.). Die Kirche und das Gebäude sind unter beeindruckenden Felsüberhängen gebaut und schmiegen sich an die Felswand an, wie in einer Grotte (siehe Foto). Wieder ein schöner Blick über die Ebene nach Süden.
Hier gibt es einen alten Ziehbrunnen mit einem Steinbogen (Bild) Die Kirche ist ziemlich dunkel aber unbedingt sehenswert.
Gewissermassen ein 'Stockwerk' darüber am Berg zweigt eine schmale Straße in einem ganz spitzen Winkel ab. Erkennbar nur an einer unscheinbaren Majolikatafel an der Felswand. Jetzt kommt man zu einer anderen Eremita dem Santuario Sant Honorat (14. Jh.) mit einer Klausur und schöner Kapelle mit Panoramablick auf die Ebene nach Südosten. Leider oder auch Gott sei Dank ist die Klausur mit Garten privat und verschlossen (Porteria, der Eingang zum klösterlichen Bereich). Wenn man jedoch anklopft und höflich um Einlass bittet, wird man gerne herumgeführt, an einen der langen einfachen Tische eingeladen, an dem meistens schon Ordensbrüder sitzen und bekommt Wein und Brot gereicht. Will man wieder weiter, so wird man mit herzlichen Wünschen verabschiedet, mit der Bitte um eine spätere erneute Einkehr. Was ich dann auch ein halbes Jahr später tat, mit dem gleichen herzlichen Empfang. Interessant ist, daß die Menschen sich überall freuen wenn man schon einiges von ihrer Insel gesehen hat und nicht nur die Touristenzentren kennt. Man hat gewissermassen schon einige Pluspunkte und bekommt sehr schnell Kontakt auch ohne die spanische Sprache zu beherrschen. Bemerkenswert ist der Relquienschrein in der Iglesia.
(TIP: es ist sinnvoll, immer lange Hosen und ein Hemd oder T-Shirt mit Ärmeln dabei zu haben. Es ist auch sonst in Kirchen, Kapellen, Friedhöfen und Klöstern zu empfehlen. Einheimische erkennen daran, daß man ihre Sitten und Gebräuche achtet und respektiert, das empfiehlt sich überall. So werden einem oft Dinge gezeigt, die anderen verschlossen bleiben!)
Von jetzt an zieht sich die Straße in weiten Schleifen den Hang hinauf. Schon von weitem kann man den Gipfel mit der recht unschönen Radar- und Funkstation sehen - leider. Direkt dahinter kommt das eigentliche Kloster 'Eremita Nuestra Senora de Cura'. Es wird von Franziskanern unterhalten. Vom Vorplatz aus macht es eigentlich keinen so reizvollen Eindruck mit seiner hohen Mauer und dem großen Torbogen mit einer Willkommensinschrift.
Ich war im September wieder dort und traute meinen Augen nicht, als ich durch das Tor trat und vor der Hauptkirche einen großen Teppich gelber Blumen sah. Es waren Krokusse, die zu dieser Jahreszeit blühten! Im rechten Teil des Klosterhofes befindet sich die Kirche mit einem Laubengang davor, der mit großen Keramikgemälden verziert ist. Daneben ist ein Museum und das Seminar (Colegio de la Cura). Grammatik, Latein, Rhetorik und Griechisch wurde hier einst gelehrt. Fast mitten auf dem großen Innenhof ist wieder ein Ziehbrunnen mit schmiedeeisernem Bogen. Linksseits dann die einfachen Unterkünfte und eine Krankenstation für alte und behinderte Menschen.
Überquert man den Platz, so schließt sich eine Terrasse an, auf dem eine Ausstellung alter gut überholter Arbeitsgeräte aus der Landwirtschaft zu sehen ist. Ein modernes Restaurant ist auch dabei, allerdings - bis auf die Wochenenden - erst abends geöffnet. Vom Rande der Terrasse aus überblickt man die ganze Ebene und die Bucht weit um Palma, Arenal usw. herum, ein herrliches Panorama. Flugzeuge im Landeanflug schweben wie an einer Perlenschnur über die Ebene (Llanura del Centro) von Norden herein - ein toller Anblick -!
Soviel zum Puig de Randa!
Dieter Nowakowski, Hamburg
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