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... die Weinstrasse Mallorcas |
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Geschichte u. Kultur
des mallorquinischen Weines
Die Kultur des Mittelmeeres hängt in der griechisch- |
Der Schutzherr über Traube und Rebe gilt seit Menschengedenken als Symbol feuchter Fröhlichkeit. Und das oft bis zum Delirium oder Ekstase.
Dass Bacchus sich während seiner ekstasischen Phasen für längere Zeit auf Ibiza verloren haben soll und der Insel so zu ihrem eigentümlichen Ruf verhalf, scheint ebenso glaubwürdig, wie die Irrfahrt des Odysseus nach Cabrera... |
| Der Wein und Mallorca – zwei alte Freunde | |
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| Dennoch gilt das Bild des stets beschwipsten und auf der Harfe klimpernden Baccus seit Jahrhunderten als Befreiung von Sorgen und Problemen an den Tischen der balearischen Esskultur. Sein Lieblingsgetränk - der Wein - verbüsste zu keinem Zeitpunkt der Geschichte den Verlust seiner kulturellen und gastronomischen Bedeutung auf den Inseln ein. | Auch wenn der balearische Wein im Laufe der Jahrhunderte viele Höhen und Tiefen erlebte.
Mallorquinische Winzer versuchen heutzutage den einheimischen Rebensaft zu neuem Ruhm und Gloria zu verhelfen. Ein Versuch, der im wahrsten Sinne 'Trauben zu tragen' scheint. |
| Betrunkene Steinschleuderer | |
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| Viele antike Dokumente, die im Laufe der Jahrhunderte auf den Balearen gefunden und gesammelt wurden, deuten darauf hin, dass der Ursprung des spanischen Weines semitisch ist und daß die ersten Reben, die diesen Breitengraden des europäischen Kontinents angebaut wurden, phönizianische waren. Weiter zurückliegende Überlieferungen über den Weinanbau auf der Insel sind nicht bekannt, wohl aber die Tatsache, daß man seit frühesten Zeiten auf Mallorca gern Wein trank. Geschichtsschreiber unterstellen den berühmten balearischen "Schleuderern", also jenen Männern, die an Hannibals Seite gegen das 'Imperium Romanum' kämpften, einen aussergewöhnlichen Weindurst. |
![]() Heute ist durch den Fund unzähliger Trinkgefäße aus dem 7. und 6. Jahrhunderts vor Christi, in denen der Wein über das Mittelmeer transportiert wurde, bewiesen, daß schon immer ausreichende Mengen von Rebensaft auf den Inseln vorhanden war. |
| Als die Araber kamen – Mallorcas 'trockene' Jahre | |
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Ebenso als bewiesen anzunehmen scheint die Tatsache, daß die Römer, die mit dem Feldherrn Quinto Cecilio Metelo die Inseln 123 v.Chr. eroberten, die ersten waren, die Reben auf die Insel brachten und anbauten. Unter dem römischen Einfluss und der späteren Verbreitung des christlichen Glaubens wurde dem Wein eine spezielle Wertigkeit zugeschrieben. Wein als Symbol für Blut. Das Blut von Jesus Christus, das er für die Menschen vergoß. Diese kulturelle Rolle des Weines änderte sich schlagartig mit der Eroberung Mallorcas durch die Araber.
'Andere Länder - andere Sitten' heißt es schließlich. Der Koran verbot die Weinherstellung. Dennoch, so scheint es, hielten sich die meisten Muselmanen nicht an dieses Gesetz und bauten mit Hilfe von ausgefeilten Bewässerungssystemen weiterhin Wein auf den Inslen an. Laut Aussage von arabischen Fundamentalisten geschah dies aber nur deswegen, weil die bei der Traubenernte gewonnenen und getrockneten Rosinen als attraktives Nahrungsmittel unter maurischen Besetzern galten. |
Im Herbst des Jahres 1229 befreiten die Truppen 'Jaime I.' Mallorca von den Mauren und einem generösen Alkoholverbot (siehe auch 'die Geschichte Mallorcas'). Nachdem die Insel wieder in christliche Hände gekommen war, bestand eine der ersten Taten des Königs darin, Lizenzen für den Weinanbau auf der Insel auszuteilen. Erste Nutzniesser waren die Bauern der Gemeinden von Bunyola, Campos, Felanitx, Manacor, Porreres und Valldemossa. Die königliche Lizenzerteilung findet in den Geschichtsbüchern fast den gleichen Stellenwert wie die gesamte Befreiung der mallorquinischen Gesellschaft aus den arabischen Zwängen. |
| Wein und reich – Mallorcas blühende Traubenzeit | |
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Bis Anfang des 17. Jahrhunderts blieb die Weinproduktion auf Mallorca relativ konstant. Aus antiken Urkunden geht hervor, daß es 1622 zu einer drastischen Verminderung der Weinanbau- |
![]() 1777 wurden insgesamt 8,8 Millionen Liter Wein in den Bodegas gekeltert. Diese unglaubliche scheinende Menge stieg bis zum Jahre 1790 auf 14,8 Millionen Liter an. 1820 verbuchten königliche Schätzer an die 33 Millionen Liter Wein. Bis zum 19. Jahrhundert hatte der mallorquinische Weinanbau seine Blütezeit. |
| Wenn die Laus über die Reben läuft | |
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Die gefürchtete "Filoxera", zu deutsch Reblaus, gelangte Ende des 19. Jahrhunderts nach Kalifornien und zerstörte dort hektargroße Flächen von Weinanbaugebieten. Monate später gelangte die Plage als Schiffspassagier auf europäischen Boden und verwüstete die in aller Welt berühmten französischen Rebstöcke. Die Wein-Erzeugung schrumpfte auf ein Minimum. Den französischen Winzern blieb nichts anderes übrig als mallorquinische Trauben zu einem guten Preis für die Inselbewohner aufzukaufen. Die große Nachfrage ließ die Weinproduktion auf 75 Millionen Liter ansteigen. |
Diese Entwicklung hatte zur Folge, daß die Mallorquiner, aufgrund ihrer finanziellen Gewinne eigene maritime Transportgesellschaften gründeten, um den gefragten Traubensaft selbständig exportieren zu können. Leider zählte die "Filoxera" zu den ersten Passagieren auf den neu erschaffenen Schiffslinien... Ende Mai 1899 entdeckten Weinbauern von Algaida und Llucmayor die ersten Anzeichen der Reblaus auf ihren Feldern. Das Insekt vermehrte sich niederschmetternd schnell. Bereits Ende des Jahres waren die Weinfelder von sieben Gemeinden betroffen. Schon ein Jahr später sank die Weinproduktion so stark, daß die extra für den Export angeschafften Schiffe nicht mehr ausgelastet waren. Um 1900 sank der Export von ca. 50 Milionen Liter auf knappe 3,5 Millionen Liter. Von den bebauten 30.000 Hektar Anbaufläche verblieben Anfang des 20. Jahrhunderts nur noch 2.000 Hektar. Die von der Laus verwüsteten Felder wurden schließlich mit Mandelbäumen bewirtschaftet. |
| Bier statt Wein – Der Tourismus verdrängt die Trauben | |
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| Durch die Entwicklung von biologischen und chemischen Pflanzenschutzmitteln konnte sich die Weinrebe auf Mallorca mit der Zeit langsam aber stetig erholen. Der Bürgerkrieg in den dreissiger Jahren zog allerdings auch Mallorca in Mitleidenschaft. Und die anschließende Diktatur Francos hinterließ weder den Mallorquinern noch den Reben fruchtbares Land. So blieben den einheimischen Winzern bis 1958 noch 2.000 Hektar zum Weinanbau. In den sechziger Jahren begann dann eine neue Frucht das Interesse der Inselbewohner zu wecken: der Tourismus. Das Interesse am Weinanbau erlosch damit fast völlig. Viele Erben der traditionellen Winzerfamilien verzichteten auf ihre Weinstöcke, um am neuen Reichtum der Hoteliers und Baufirmen teilzuhaben. Für sie gab es keinen wichtigen Grund, die mallorquinische Weinkultur zu pflegen. Die Mehrheit der Touristen besuchte die Insel nämlich nicht wegen mallorquinischer Nachnamen auf den Weinetiketten. |
Foto einer alten Wein-Bodega, ca. um 1920 Nur einige Familien blieben der alten Tradition treu. Die Arbeit der neuen Generationen dieser Betriebe kann sich sehen lassen: Qualität und Anbaufläche verbuchen stetigen Zuwachs. Besonders deutsche Wein- |
Weinproduktion 1777 bis 1960 (Angaben in Mio. Liter)
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8,8
1777 |
14,8
1790 |
33
1820 |
75
1899 |
50
1900 |
3,5
1901 |
15
1920 |
30
1940 |
50
1960 |
Haupt-Weingebiete Mallorcas
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